JoG – Pressemitteilung vom 18.06.2026
Hamburgs Innensenator Andy Grote zum Abschiebeminister 2026 gewählt
Im Rahmen des Gala-Abends der bundesweiten Flüchtlingsinitiative Jugendliche ohne Grenzen (JoG) im Kölibri in Hamburg wurde heute der Hamburger Innensenator Andy Grote (SPD) zum „Abschiebeminister 2026“ gewählt.
Seit Mittwoch trafen sich junge Geflüchtete zu einer Aktionskonferenz in der Hansestadt, parallel zur Konferenz der Innenminister*innen. Neben dem Galaabend mit der Wahl des
Abschiebeministers gab es verschiedene Workshops, eine Pressekonferenz sowie eine Demonstration gegen Abschiebepolitik und rassistische Migrationsdiskurse.
Bei der Wahl setzte sich der Hamburger Innensenator mit 53 Prozent der Stimmen gegen den Innenminister von NRW Herbert Reul (35%) sowie die Innenminister Armin Schuster
(Sachsen, CDU, 7%) und Roman Poseck (Hessen, CDU, 5%) durch.
Den Negativpreis erhält Grote unter anderem, da Hamburg als eines der ersten Bundesländer die diskriminierende Bezahlkarte eingeführter hat und Geflüchtete seit 2023 in
einem sogenannten Dublin-Zentrum entrechtet. Vor kurzem wurde aus Hamburg zudem eine Mutter mit zwei Kindern aus einem Frauenhaus abgeschoben. Die Frauenhäuser sprachen
von einem historischen Tabubruch durch die Behörden.
Bei der Gala wurde zudem der Initiativenpreis 2026 für ehrenamtliches Engagement verliehen. Die Preisträger*innen in diesem Jahr sind:
Die Eltern und Mannschaft vom SV Halstenbek Rellingen – für das Engagement gegen die Abschiebung einer alleinerziehenden Mutter und ihrer vier Kinder.
Asmaras World – weil sich die Migrant*innen-Selbstorganisation in Hamburg mit praktischer Hilfe, Empowerment und politischem Engagement für Geflüchtete einsetzt.
Nein zur Bezahlkarte Hamburg – für die praktische Solidarität durch Tauschaktionen und das Engagement gegen Diskriminierung.
JoG veranstaltet seit 2005 Gegenkonferenzen mit jungen Flüchtlingen parallel zur Konferenz der Innenminister*innen. Dabei wird auch immer der Preis „Abschiebeminister des Jahres“
an den*die Innenminister*in verliehen, der*die im vorangegangenen Jahr durch eine besonders rücksichtslose Abschiebungspolitik aufgefallen ist.
Über eine Berichterstattung würden wir uns sehr freuen und stellen bei Interesse gerne den Kontakt zu jungen Geflüchteten her.
Fotos für Ihre Verwendung stellen wir gerne zur Verfügung.
Pressekontakt:
Jibran Khalil l Jugendliche ohne Grenzen | Tel.: 0176 24519228